Nein, es ist nicht egal was Du auf Facebook teilst!

Ein Beitrag von Torsten Materna

Es ist kein Zufall – Hetzer planen ihre Aktionen. Hetzer nehmen  „neutrale“ Themen mit „neutraler“ Meinung

Menschen haben auf Facebook zu einzelnen Inhalten häufig eine ähnliche Auffassung. Dennoch vertreten die Leser der Inhalte unterschiedliche Werte und Positionen. Diesen Umstand nützen hetzerische Facebook Seitenbetreiber und auch demagogische Einzelpersonen. Sie erstellen nicht einfach irgendwelche Hass-Posts, die einfach zu erkennen sind. Für den Post wird ein Thema oder Ereignis gesucht, welches den normalen Menschen anspricht. Wenn kein Thema aktuell passt, erfinden die Hetzplattformen auch ganz gerne etwas. (Fakenews).

„Hey, was ist das denn für ein Post?“ – „Das ist genau meine Meinung, das darf ich doch sagen“

Taucht ein Beitrag mit fragwürdigen Inhalten in der eigenen Facebook Timeline auf, dann kann man schon mal nachfragen. Erst Recht wenn ersichtlich ist, dass der Urheber eine Seite mit fragwürdigen Inhalten und radikalen Auffassungen ist. „Das ist meine Meinung dazu, das darf ich doch sagen!“ erwidern viele daraufhin. 

„Mir egal, von wem das kommt. Mir geht es um den Inhalt“

Auch das wird häufig geäußert. Es ist vermutlich auch absolut zutreffend. Denn es geht dem normalen Leser häufig um den Inhalt oder einen Teil davon. Er sieht lediglich einen Ausschnitt aus dem Hetzpost und auch nicht den Verfasser. Die Facebook Seite dahinter.

Dem Ersteller der Botschaft geht es nicht um den Inhalt.

Es geht dem Hetzer, dem Fake-News Verbreiter, dem Radikalen nur um den Ausbau seiner Reichweite

Richtige, diskussionsfähige Inhalte interessieren die rechten Hetzer nicht. Denn Hetzer wollen nicht diskutieren. Sie wollen nicht über Inhalte sprechen. Sie konzipieren Inhalte mit dem Ziel, maximale Reichweite zu erzielen. Diese gewonnene Reichweite der Facebook Seite wird dann genutzt zur Meinungsmanipulation, für Hetze und Hassposts, Posts zur Diskreditierung, Posts um die Demokratie und ihre Organe zu beschädigen.

Auf Facebook wird aktuelle Beitrags-Reichweite mit mehr Reichweite für den ganzen Account belohnt.

Fakt ist: Wer Botschaften von Hetzern teilt, wird zu deren Werkzeug und unterstützt automatisch die Reichweite der Hetzerseite auf Facebook

Es ist leider nicht wichtig ob der Posting-Inhalt deine Meinung wiedergibt. Aus technisch, algorithmischen Gründen wirst Du zum Unterstützer von Hetzern und Radikalen auf Facebook. Jedesmal wenn Du den Beitrag der Hetzer teilst. Dem Algorithmus ist es egal, ob man mit der publizierenden Seite grundsätzlich übereinstimmt. Er wertet dein Teilen als Zustimmung für den Ersteller.

Frage dich selbst: will ich Facebook Seiten von Hetzern und die Verbreitung von Hassbotschaften unterstützen?

Wenn Du es nicht willst, dann teile einfach keine Beiträge von identifizierten Hassplattformen, Hetz-Accounts oder sonstigen radikalen Quellen.

So wirst Du als Werkzeug von Facebook Hetzern mißbraucht

Der Hetzer publiziert etwas. Du liest diesen Beitrag in deiner Timeline, weil ihn jemand mit dir geteilt hat. Oder Du liest den Beitrag irgendwo auf Facebook. Du gibst vielleicht ein „gefällt mir“ für den Beitrag. Du fandest den Inhalt interessant und teilst den Beitrag in deiner Facebook-Chronik mit deinen Freunden.

Der Facebook Algorithmus sieht das rein technisch so:

  • User sieht Beitrag von Seite X
  • User liked Beitrag von Seite X
  • User wird mehr Beiträge von Seite X zu sehen bekommen
  • User teilt Beitrag von Seite X
  • Seite X ist wichtig
  • Beiträge von Seite X werden noch mehr Usern gezeigt

Im letzten Punkt wirst Du zum Werkzeug der Hetzer.

Ein Beispiel im Bild

(Alle Namen aus Datenschutzgründen geändert)

Else Mustermann sieht in einem Beitrag in ihrem Facebook Feed eine Äußerung von Markus Söder. Es ist ein Beitrag einer Seite, die Else Mustermann liest.

Else Mustermann stimmt mit der Äußerung von Söder überein und teilt den Beitrag mit dem entsprechenden Hinweis mit ihren Freunden.

Der komplette Inhalt des Beitrages sieht so aus:

In dem ursprünglichen Beitrag steht noch wesentlich mehr. Das ist im ersten Augenblick nicht ersichtlich. Betrachtet man den gesamten Beitrag, ergibt sich ein deutlich veränderter Gesamtkontext.

Diese Hetzerseite hat vom Teilen profitiert

Betrachtet man die Seite des Beitrages, „Konservative Werte leben“ dann ergibt sich sofort ein anderer Eindruck. Es geht mitnichten um eine Kritik an der AfD von Markus Söder, sondern wir finden eine Seite, welche deutlich sichtbar andere Inhalte publiziert.

Durch das Teilen hat die Seite „Konservative Werte leben“ mehr Reichweite bekommen. Das war nicht zwingend in Else Mustermanns Absicht.

Schütze dich! Werde kein Werkzeug der Hetzer.

Teile Beiträge nach Möglichkeit nicht impulsiv. Lese den Beitrag. Oft haben die Beiträge über dem Bild noch begleitenden Text. Lies‘ den Text aufmerksam. Häufig sind da schon die Demagogen am Werk.

Wenn Du einen Beitrag auf Facebook teilen möchtest, schaue bitte immer die Herkunft des Beitrages an. 

Nicht nur denjenigen, von dem der Beitrag in deine Timeline kommt. Die Ursprungsseite des Beitrages wird immer vom teilen profitieren. Prüfe für dich selbst, ob Deine Meinung, deine Werte, deine Vorstellungen mit der Meinung, den Werten und den Vorstellungen der Ursprungsseite übereinstimmt.

Wenn die Prüfung der ursprünglichen Facebook Seite zeigt, dass es eine Hetzseite ist, die gegen unsere Demokratie, gegen unsere Werte oder gegen Teile der bei uns lebenden Menschen agitiert, solltest Du den Beitrag keinesfalls teilen.

Du stärkst beim Teilen auf Facebook immer die Hetzerplattform, auch wenn Du das gar nicht wolltest.

Sei kein Werkzeug!
Keine ungewollte Unterstützung für Hetzer! 

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